Früherkennung im Ei – für mehr Tierschutz in der Junghennenaufzucht

Was erst nächstes Jahr gesetzlich vorgeschrieben ist, unterstützen wir bereits jetzt.

Ab 2022 ist es Brütereien gesetzlich verboten, bei der Aufzucht von Legehennen die männlichen Küken direkt nach dem Schlüpfen zu töten. Bisher war die einzige Alternative die Aufzucht der Bruderhähne, die wir schon länger anbieten. Sie ist jedoch mit hohen Kosten verbunden, die die Eier entsprechend teuer machen.

Seit kurzem steht jedoch auch eine weitere Alternative zur Verfügung: Durch spezielle Verfahren kann das Geschlecht des Küken-Embrios im Ei sehr früh festgestellt werden. Die Eier, aus denen männliche Küken schlüpfen würden, werden dann nicht ausgebrütet. Durch diese Früherkennung schlüpfen also nur weibliche Legehennen.

Die Früherkennung ist aus unserer Sicht ein sehr guter Kompromiss für höheren Tierschutz in der Legehennenaufzucht, der ohne die hohen Kosten der Bruderhahnaufzucht auskommt. Wir halten deshalb bereits seit einiger Zeit auch Freiland-Legehennen, bei deren Aufzucht die Früherkennung zum Einsatz kam, und beliefern die ersten Märkte mit ihren Eiern. Sie erkennen die Eier an einem Früherkennungs-Siegel auf der Schachtel.

2 Antworten auf „Früherkennung im Ei – für mehr Tierschutz in der Junghennenaufzucht“

  1. Werte Familie Spahr!
    Schon lange war ich nicht mehr in Ihrer Gegend, genaugenommen seit am „Runden Tisch Tierschutz in der Nutztierhaltung“ des ML in Kiel keine Verbände mehr teilnehmen dürfen, die ihren Sitz nicht in S-H haben.
    Gerne habe ich eben z. K. genommen, dass Sie inzwischen auch Legehennen in Bio-Haltung haben. Ich gehe davon aus, dass sie die Schutzhütten dort in geringen (welchen?) zeitlichen Abständen über den Auslauf ziehen damit Sie das häufige umsetzen der Ställe vermeiden können. Es freut mich, bei Google Earth sehen zu können, dass sie die Schutzvorrichtungen gegen Greifvögel südlich Ihres alten Stalles inzwischen über die ganze Fläche verteilt haben. Allerdings stehen sie (mit ausgemessenen bis zu ca. 50m) zu weit auseinander stehen. Hühner laufen – und das wissen Sie gewiss – aus Angst nur ungern weiter als 15 bis 20m vom letzten Unterschlupf weg. Da sollten Sie etwas nachbessern.
    Ich begrüße es sehr, dass Sie sich für Hennen entschieden haben, deren Bruder-Embryonen nicht ausgebrütet wurden. Die Aufzucht / Mast der Bruderhähne kostet viel mehr Futter und ist damit angesichts des Hungers in der Welt unverantwortlich.
    Falls ich mal in Ihrer Nähe zu tun hab, werde ich Sie vorher anrufen.
    Mit freundlichem Gruß
    Eckard Wendt

  2. Sehr geehrter Herr Wendt,

    vielen Dank für Ihre sehr lange und ausführliche Nachricht. Gerne möchten wir Ihnen ausführlich antworten. Wir halten seit 2011 Bio-Legehennen und seit 2020 haben wir insgesamt drei Mobilställe, die wir in regelmäßigen Abständen versetzen. Auch in den Ställen leben Biohühner. Die Koppel, auf der die Mobilställe stehen, befindet sich südlich vom Hof neben der Sporthalle. Auf dem jetzigen Luftbild sind nur zwei Ställe zu sehen. Sehr wahrscheinlich wurde das Bild während der Bauphase aufgenommen.

    Der Bio-Legehennenstall (direkt beim Hof), deren Auslauffläche südlich vom Gebäude ist, kann nicht verschoben werden, da es sich um einen festen Stall handelt. Auf der Auslauffläche haben wir Baumreihen gepflanzt, die auch zum Unterschlupf für die Hühner dienen. Sie sind nur schwach auf dem Luftbild zu erkennen. Diese werden auch sehr gut angenommen. Wir werden auf jeden Fall die Abstände noch einmal prüfen. Vielen Dank für den Hinweis.

    In der ökologischen Legehennenhaltung ist tatsächlich ab 01.01.2022 die Aufzucht der Bruderhähne in Deutschland Pflicht für jeden Tierhalter. Die sogenannte „Früherkennung im Ei“ reicht in der ökologischen Legehennenhaltung nicht aus. Wir sehen es ähnlich wie Sie und denken, dass die Aufzucht Ressourcenverschwendung ist. Dennoch hat sich der Gesetzgeber dafür entschieden und die Aufzucht muss umgesetzt werden.

    Gerne können Sie uns anrufen, wenn Sie sowieso hier in der Gegend sind. Hoffentlich haben wir dann Zeit.

    Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag und ein schönes Wochenende.

    Mit freundlichen Grüßen
    Familie Spahr

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